Coole Action an heißem Renntag!
In Natschbach-Loipersbach ging heute die dritte Runde im Stockcar Racing Cup über die Bühne / Die Tagessiege gingen an Bernd Herndlhofer (Formel 2), Roman Führinger (Saloon), Felix Vollnhofer (80er), Stefan Holzer (Heck) und Nico Kügler (Jugend)
Mit dem dritten Renntag absolvierte der Stockcar Racing Cup am heutigen Samstag sein jährliches Spektakel namens Night Race, bei dem die Entscheidungsläufe in den jeweiligen Klassen in der Dämmerung bzw. in der nächtlichen Flutlicht-Time auf dem Programm standen. Während den unermüdlichen Sandwühlern tagsüber die Sommersonne applaudierte, feuerten 850 Zuschauer rund um die Rennbahn in Nachbach-Loipersbach ein Rekordstarterfeld von 60 Piloten lautstark an. Gas gegeben wurde wie schon gewohnt in fünf verschiedenen Klassen:
Formel 2
Am Rekordteilnehmerfeld von 60 Autos hatte die Formel 2 einen enormen Anteil. Denn 21 Autos, so wie heute, waren auch in der Königsklasse noch nie am Start. Zudem wurde diese auch noch durch zwei Stockcar-erprobte Engländer aufgewertet, die von F2-Koordinator und Titelverteidiger Bernd Herndlhofer engagiert wurden. Der 29-jährige Patrick Somerton aus Banbury kam als regionaler Champion nach Niederösterreich, der zehn Jahre ältere Adam Walding-Kelly aus Corby Northants hatte ebenfalls schon etliche Siege in seiner Heimat mit im Gepäck.
Aber schon im ersten Vorlauf schlug der Defektteufel zu und suchte sich dafür ausgerechnet Patrick Somerton aus. Während Franz Rumpler aus Grafenbach über den Sieg im ersten Vorlauf der Gruppe 1 jubelte, stand der Engländer schon längst mit gebrochener Hinterachse am Streckenrand. Auch mit repariertem Fahrgestell reichte es für den Gast von der Insel im zweiten Vorlauf nur zu Platz sechs. Franz Rumpler hingegen blieb in der Hitze cool und holte sich Sieg Nummer zwei. Im Vorlauf drei erwischte es zunächst den Engländer Somerton, der sich nach einer Kollision ein Rad ausriss, sodann lieferten sich Bernd HerndIhofer und Franz Rumpler ein packendes Duell, das dann Herndlhofer gewann. – Die Gruppe 2 startete ihre Vorläufe mit dem Seibersdorfer Paul Bierl als Überraschungssieger. Nicht weil er das Können nicht hätte, auch nicht, weil er mit 65 Jahren nach Franz Rumpler (68) der älteste Teilnehmer im Feld ist, sondern eher, weil Bierl durch eine dick bandagierte linke Hand wegen einem Hundebiss merklich gehandikapt war. Der Engländer Adam Walding-Kelly lernte gleich einmal die österreichische Härte kennen und wurde Vierter. Vorlauf 2 diktierte zunächst ebenfalls Bierl, doch wurde er von Matthias Rumpler aus Grafenbach knapp vor Schluss erst ein- und dann überholt. Dasselbe Ergebnis, Rumpler vor Bierl, zeigte sich nach Vorlauf drei. – Sodann wurde das F2-Feld in Finale A und Finale B auseinanderdividiert. – Im B-Finale zeigte erstmals Patrick Somerton sein Können und der Konkurrenz bis zum Ziel sein Heck. – Das A-Finale der schnellsten elf F2-Piloten machte sich dann einmal mehr der Champ himself zueigen. Bernd Herndlhofer siegte mit acht Sekunden Vorsprung auf Siegfried Ctvrteck aus Grimmenstein. – Das Grande Finale fand mit 18 Autos, aber ohne Matthias Rumpler statt. Sein Bolide konnte nach einem Getriebeschaden nicht mehr einsatzbereit gemacht werden. Vorneweg standen Franz Rumpler und Paul Bierl, in der neunten und letzten Startreihe Bernd Herndlhofer. Und hier zeigte der regierende Meister, warum er in den letzten beiden Jahren nicht zu schlagen war. Runde für Runde arbeitete sich Herndlhofer in einem wahren Blindflug nach vorne, krallte sich erst Bierl, dann Rumpler und feierte einen wahrlich grandiosen Sieg sowohl in der Klasse als auch in der Tageswertung.

80er-Klasse
Mit 8 Autos ging die 80er-Klasse in den Renntag. Hier eröffnete der Breitenauer Martin Heinrich den Reigen der Vorlaufsieger. Rene Messner aus Ternitz folgte ihm nach, und der Neunkirchner Felix Vollnhofer machte das Trio der Vorlaufsieger schlussendlich perfekt. – Das Finale begann spektakulär, nämlich mit einem wilden Überschlag von Karl Ritter aus Wartmannstetten. Den Sieg und damit 40 Punkte sicherte sich dann Rene Messner. – Im abschließenden Grande Finale schlug aber wieder die Stunde von Felix Vollnhofer, der sich Platz eins schnappte und somit auch den Tagessieg nach Neunkirchen entführte.
Saloon
Die Saloon Cars gingen mit 13 Teilnehmern und nur einer Gruppe in die Vorläufe, was nicht nur eine enorme Staub-Schlacht, sondern auch mächtiges Gedränge auf der Strecke zur Folge hatte. Zu- oder auch wegen dem sorgte ein wilder Überschlag der Ternitzerin Diana Schmoll mit ihrem Ford Puma für eine erhebliche Verzögerung. Nach dem Neustart hatte Roman Führinger aus Wiesmath das beste Ende für sich. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,9 Sekunden entschied den zweiten Vorlauf der Drassburger Peter Strass vor Manuel Ungersböck aus Scheiblingkirchen für sich. Und mit dem Ternitzer Philipp Hecher gab es im dritten Vorlauf den dritten Sieger. – Das Finale musste zwei Mal neu gestartet werden, nachdem sich die Autos zwei Mal ineinander verkeilten. Am Ende stand mit Burkhard Köppel aus Ligist ein Name vorne, der bislang noch nicht so oft in der Stockcar-Szene zu hören war. – Das überraschend in einem Zug, also ohne die fast schon durch Kollisionen übliche Unterbrechung gefahrene Grande Finale wurde dann zur Beute von Peter Strass. Die Tageswertung gewann Roman Führinger der im Grande Finale Dritter wurde.
Heck-Klasse
Die Heck-Klasse, mit 5 Fahrzeugen traditionell am schwächsten besetzt, war wieder ein Fressen für den Dominator. Seriensieger Stefan Holzer aus Oberwart diktierte mit seinem 265 PS starken BMW E36 Compact von Beginn an das Geschehen. Ein gutes Comeback feierte hier Stockcar-Racing-Organisator Gerald Koloc mit zwei zweiten Plätzen. Einzig im dritten Vorlauf machte sich Rafael Rehor aus Großhofen vor dem übrigen Feld sehr breit und brachte seinen BMW 530i so auch am schnellsten ins Ziel. – Im Finale war die Rangordnung dann aber wieder hergestellt. Stefan Holzer gewann vor Gerald Koloc. – Dass das abschließende Grande Finale ebenfalls an Stefan Holzer ging, hatte dann eigentlich keinen wirklichen Überraschungseffekt mehr.
Jugend
Mit 13 Startern war letztendlich auch die Jugendklasse topbesetzt, was sie aber eigentlich sowieso immer ist. Die Vorläufe gingen auch hier in zwei Gruppen über die Bühne, und die Siege holten sich in Gruppe 1 zwei Mal Nico Kügler aus Diepolz und Jamie Holzer aus Oberwart, und in Gruppe 2 gab es ebenfalls einen Doppelsieg durch die Steirerin Cora Krassnigg aus Voitsberg. Simon Petz aus Wartmannstetten gewann ebenfalls einen Vorlauf. – Spannung pur, denn mit jeweils 42 Vorlauf-Punkten gingen Kügler und Krassnigg in den entscheidenden Finallauf um den Tagessieg. – Und diesen gewann Nico Kügler, der damit auch seinen dritten Tagessieg am dritten Renntag einfuhr. – Der Vollständigkeit halber: Den Sieg im B-Finale holte David Roth aus St. Bartholomä.
